Polizeiwarnung vor Faksimile-Betrug
Foto: Symbolbild Polizei mit Blaulicht auf nasser Straße bei Nacht (Bild: KI generiert mit ChatGPT)
Seit Mitte August
Seit einigen Wochen sind wieder vermehrt vermeintliche Büchersammler in den Landkreisen Bautzen und Görlitz unterwegs. In mindestens drei Fällen kontaktierten sie Bürger und täuschten Interesse an deren Lexika vor. Die Polizei warnt!
Was hat es mit dem Faksimile-Betrug auf sich?
Bei dem sogenannten Faksimile-Betrug haben es die Täter nicht auf Ihre Bücher abgesehen, sondern auf Ihr Geld. Sie melden sich meist telefonisch und geben sich als Buchhändler, Gutachter oder Vertreter von Handelsunternehmen aus. Die Betrüger kontaktieren Ihre Opfer oftmals gezielt, da Ihnen offensichtlich Adresslisten von tatsächlichen Sammlern oder Kunden zur Verfügung stehen. So haben die Kriminellen leider in vielen Fällen direkt einen Vertrauensvorsprung bei Ihren Opfern. Ist der »Fuß erst einmal in der Tür«, gaukeln sie den Geschädigten Interesse an den Buchsammlungen vor. Es gäbe angeblich einen Käufer, der eine große Summe zahlen würde. Um den Erlös noch zu erhöhen, müsse die Sammlung jedoch zuvor komplettiert werden.
Täuschend echte Nachbildungen
Hier kommen die Faksimiles ins Spiel. Die originalgetreuen Nachbildungen von historischen Dokumenten, Lexika oder Bibeln werden den Bürgern oft für fünfstellige Summen angedreht. Die Bücher sind aufwendig gestaltete Nachbildungen, welche täuschend echt aussehen.
Massiver Druck beim Vor-Ort-Termin
Es folgen dann Vor-Ort-Termine bei den Betrogenen zu Hause. Die Sammlungen werden begutachtet, die falschen Bücher verkauft. Das Ganze passiert unter enormem Druck für die Opfer. Selbst zu überteuerten Kreditverträgen drängen die Täter sie. Neben dem Geld für die Fake-Bücher kommen in vielen Fällen auch noch Servicegebühren für die angebliche Registrierung und Vermittlung der Sammlungen in Verkaufsdatenbanken hinzu. In Wirklichkeit unternehmen die Täter gar nichts, um die Bücher zu veräußern.
Der »Käufer« ruft an - Was soll ich tun?
Erhalten Sie einen Anruf eines angeblichen Käufers, vereinbaren Sie keinen Termin. Geben Sie am Telefon zu verstehen, dass Sie keinerlei Interesse haben und legen Sie auf. Sollte ein Vertreter unangemeldet vor Ihrer Tür stehen, lassen Sie ihn auf keinen Fall in Ihre Wohnung. Rufen Sie in einem solchen Fall die Polizei.
Tipps auf einen Blick
• Vereinbaren Sie keine Vor-Ort-Termine am Telefon.
• Vermitteln Sie unmissverständlich, dass Sie kein Interesse haben und beenden Sie das Gespräch.
• Lassen Sie keine Vertreter in Ihr Haus, die Ihnen Bücher oder andere Waren anbieten.
• Unterschreiben Sie nichts, sondern nehmen Sie sich Bedenkzeit und lassen sich unabhängig beraten.
• Widerrufen Sie einen geschlossenen Vertrag innerhalb von 14 Tagen, wenn Sie doch etwas unterschrieben haben.
• Achtung, Hinweis zum Widerrufsrecht: Eine Masche der Händler zielt darauf ab, das Widerrufsrecht auszuschließen, indem sie die angebotenen Bücher z.B. durch individuelle Applikationen, Gravuren o.ä. als kundenspezifische Anfertigung verkaufen.
• Prüfen Sie, ob der Vertrag wegen Wuchers angefochten werden kann.
• Geben Sie niemals Ihre Giro-Karte oder die dazugehörige PIN an die Vertreter heraus.
• Wenden Sie sich bei Fragen und Problemen an Ihre örtliche Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige. (al)