Anlagebetrug durch Deepfake und Investment-App
Foto: Symbolbild Polizei-Blaulicht vor dem Chemnitzer Rathaus bei Nacht (Bild: KI generiert mit ChatGPT)
(2009) Angeblich sichere und vor allem gewinnbringende Investitionen wurden einem Chemnitzer sowie einer Freibergerin in den vergangenen Wochen und Monaten zum Verhängnis. Sie verloren durch Anlagebetrug unabhängig voneinander mehrere zehntausend Euro. In beiden Fällen ermittelt das Betrugsdezernat der Chemnitzer Kriminalpolizei.
Der Geschädigte aus Chemnitz hatte im März dieses Jahres im Internet nach einem Broker gesucht und war auf eine Investmentplattform gestoßen. Er meldete sich bei der angeblichen Service-Hotline und wurde von einer Mitarbeiterin aufgefordert, eine Anwendungssoftware (App) für eine weitere Investmentplattform auf sein Handy zu laden. Über diese App eröffnete der Mann ein Konto, auf welches er zunächst 3.000 Euro überwies – offenbar mit der Maßgabe, dass das Geld in Kryptowährung angelegt wird. Im weiteren Verlauf brachten ihn die Betrüger dazu, einen Kredit aufzunehmen und nochmals 24.000 Euro zu investieren. Als der Chemnitzer sich nun sein investiertes Geld samt zugesicherter üppiger Rendite auszahlen lassen wollte und sich nichts tat, wurde ihm der Anlagebetrug klar und er erstattete am gestrigen Mittwoch Anzeige.
Ein Deepfake-Video, in welchem sich Bundespolitiker über lukrative Anlagemöglichkeiten austauschten, weckte im Januar dieses Jahres das Interesse einer Frau aus Freiberg. Mutmaßlich durch einen Link im KI-generierten Video gelangte die Geschädigte auf eine Investmentplattform, meldete sich dort mit allen erforderlichen Daten an und wurde umgehend von einer angeblichen Brokerin angerufen. Sie überzeugte die Freibergerin, zunächst 250 Euro in Gold anzulegen. Zudem installierte die Geschädigte eine Fernzugriffssoftware auf ihrem Laptop, sodass die Betrüger die Möglichkeit bekamen, auf die Konten der Frau einzuwirken. Nachdem in Summe mehr als 22.000 Euro angeblich gewinnbringend in Gold und Bitcoins angelegt waren und die Freibergerin alles zurückhaben wollte, wurde auch ihr klar, dass sie ihr Vermögen über Monate hinweg an die Betrüger verloren hatte.
Das Landeskriminalamt Sachsen hat unter der Veröffentlichung »Schnelles Geld? Großes Risiko! – So entlarven Sie Anlagebetrug im Internet« (siehe www.polizei.sachsen.de/de/so-entlarven-sie-anlagebetrug-im-internet-40992.html) eine Reihe von Präventionshinweisen zum Thema Anlagebetrug zusammengefasst. (Ry)