Citywache Dresden stärkt Prävention und Sicherheit
Foto: Symbolbild Polizei-Einsatz bei einem Einbruch mit zersplittertem Glas (Bild: KI generiert mit ChatGPT)
Die Landeshauptstadt und die Polizeidirektion Dresden ziehen eine positive Bilanz nach einem Jahr »Citywache – Zentrum für Prävention und Sicherheit«.
Polizeipräsident Lutz Rodig: »Das vergangene Jahr hat gezeigt, wie wichtig ein Kompetenzzentrum wie unsere Citywache direkt im Brennpunkt sein kann. Kurze Reaktionszeiten, die unmittelbare Erreichbarkeit und ein ganzheitliches Lageverständnis waren die Grundlage für unsere Erfolge.«
Gemeinsam beschritten Polizei, Verwaltung, Citymanagement und weitere Partner aus der Stadtgesellschaft neue Wege, um die Dresdner Innenstadt sicherer und lebenswerter zu gestalten.
Bürgermeister Jan Donhauser (57): »Im Mittelpunkt steht dabei ein modernes Sicherheitsverständnis: Öffentliche Räume sollen nicht nur kontrolliert, sondern aktiv zurückgewonnen, gestaltet und belebt werden. Dieser Dreiklang ist das Gerüst unseres Konzeptes: Raum gewinnen - Raum gestalten - Raum beleben.«
Raum gewinnen
Insbesondere an kriminalitätsbelasteten Orten besetzen Straftäter öffentliche Räume gezielt. Dem begegnet die Polizeidirektion Dresden mit sichtbarer Präsenz, konsequentem Einschreiten und täterorientierten Maßnahmen. Dazu zählen verstärkte Streifen von Polizei und Ordnungsamt, präventiv-polizeiliche Maßnahmen wie Aufenthaltsverbote und Messertrageverbote und vor allem eine konsequente Strafverfolgung im engen Schulterschluss mit der Staatsanwaltschaft. Ergänzt wird dies durch das Projekt »Systemischer Videoschutz« sowie enge Kooperationen mit dem Einzelhandel.
»Sicherheit beginnt dort, wo Bürgerinnen und Bürger den öffentlichen Raum wieder selbstverständlich nutzen können. Unser Ziel ist es, problematische Orte konsequent zurückzugewinnen und dauerhaft für die Menschen in Dresden zu sichern«, sagt Polizeipräsident Lutz Rodig.
Seit Eröffnung der »Citywache-Zentrum für Prävention und Sicherheit« weist die Polizeiliche Kriminalstatistik für den gefährlichen Ort »Wiener Platz/Prager Straße« eine positive Entwicklung aus. Besonders deutliche Rückgänge im Vergleich zum Jahr zuvor gibt es bei der Straßenkriminalität (-37,5 Prozent) und der Gewaltkriminalität (-22,5 Prozent).
Lutz Rodig: »Die positive Kriminalitätsentwicklung bewerte ich als erste sichtbare Erfolge unserer Anstrengungen. Wir sind auf einem guten Weg, den Raum zurückzugewinnen. Jetzt gilt es, konsequent dranzubleiben.«
Diese Aussage gilt insbesondere für die Rauschgiftkriminalität, welche um 10,6 Prozent angestiegen ist. Rauschgiftkriminalität gilt als sogenannte Holkriminalität. Der Anstieg liegt daher in erster Linie in der gestiegenen Polizeipräsenz und der damit einhergehenden stärkeren Kontrolltätigkeit begründet.
Lutz Rodig: »Die Dealer kalkulieren ihr Entdeckungsrisiko. Das heißt, wenn wir ihnen auf den Füßen stehen, müssen sie sich örtlich verändern. Das hatten wir von der Citywache aus immer im Blick, wodurch wir unsere Präsenzmaßnahmen sehr schnell immer wieder anpassen konnten.«
Raum gestalten
Jan Donhauser: »Dealer brauchen bestimmte Strukturen: Sichtschutz, Dunkelheit, Rückzugsorte. Umbau zerstört diese Tatgelegenheit – der Ort wird unbrauchbar fürs Dealen.«
Um die Tatgelegenheiten am Wiener Platz zu zerstören und gleichzeitig Platz für eine positive Nutzung zu schaffen, werden bis Sommer zwei Pflanzkübel am Wiener Platz zurückgebaut.
Das Team der Citywache hat drei Dunkelortbegehungen durchgeführt – am Wiener Platz, an der Reitbahnstraße und in den Ferdinandhöfen. Dabei konnten dunkle Bereiche identifiziert werden, die bei den Menschen für Unsicherheit sorgen.
Jan Donhauser: »Im Bereich der Reitbahnstraße konnten wir den festgestellten Mängeln kurzfristig abhelfen, indem wir die Leuchtmittel erneuerten.«
Gleichzeitig hat das Straßen- und Tiefbauamt der kriminalpräventiven Beleuchtung einen höheren Stellenwert gegeben. So beschäftigt sich derzeit eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Stadt und Polizei mit der Verbesserung der Beleuchtung unter Sicherheitsaspekten.
Raum beleben
Dauerhafte Sicherheit braucht Menschen, Begegnung und Nutzung. Nach dem Raumgewinn und der Umgestaltung gilt es daher, Flächen aktiv zu beleben.
Jan Donhauser: »Nach Zurückgewinnung und Gestaltung entsteht ein Vakuum. Ohne dauerhafte Belebung kehren Dealer zurück - Lebendigkeit schafft Sicherheit.«
Für den Wiener Platz betrachten werden aktuell unterschiedliche Nutzungsbedarfe betrachtet. Eine initiierte Arbeitsgruppe diskutierte bereits erste Optionen für eine dauerhafte Belebung.
Jan Donhauser: »Genau in diesem Prozess befinden wir uns derzeit. Eins ist aber klar: Ohne Beteiligung des Einzelhandels wird es schwer. Jede Idee ist willkommen. Das Citymanagement soll dafür ein wichtiger Motor sein.«
Gemeinsam für eine sichere und lebendige Innenstadt
Die Polizeidirektion Dresden und die Landeshauptstadt Dresden werden den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit ihren Partnern fortsetzen. Ziel bleibt eine Innenstadt, die sicher ist, weil sie lebendig ist – und lebendig bleibt, weil sie sicher ist. (tg)