66-Jähriger wegen Handybetrugs in Thermalbad Wiesenbad festgenommen
Foto: Symbolbild für 66-jähriger wegen handybetrugs in thermalbad wiesenbad festgenommen / Foto: FunkyFocus
(900) Langwierig waren die Ermittlungen des Kriminaldienstes des Polizeireviers Annaberg und der Staatsanwaltschaft Chemnitz wegen gewerbsmäßigen Betruges gegen einen 66-jährigen Erzgebirger. Der Mann soll mit dem Weiterverkauf ergaunerter Smartphones über einen längeren Zeitraum seinen Lebensunterhalt verdient haben. Nunmehr haben die Ermittler auch herausfinden können, in wie vielen Fällen der deutsche Staatsbürger betrügerisch gehandelt hat. Der finanzielle Schaden beläuft sich auf mehr als 150.000 Euro.
Die Masche des Tatverdächtigen war durchdacht und funktionierte oftmals. Seit Anfang 2024 soll der 66-Jährige in mindestens 153 Fällen hochwertige Smartphones (vor allem Apple iPhones) bei Mobilfunkanbietern bestellt und teils auch Mobilfunkverträge abgeschlossen haben, indem er vorgab, im Auftrag regionaler Unternehmen zu agieren - teilweise unter Fälschung von Personaldokumenten der Unternehmensverantwortlichen. Die Lieferungen sollen an vorher von ihm präparierte Briefkästen gegangen sein, wo oft auch die persönliche Übergabe an den Tatverdächtigen stattfand.
Kurz vor Weihnachten 2025 durchsuchten die Annaberger Ermittler die Wohnräume des Mannes in Thermalbad Wiesenbad. Dabei wurden diverse Beweismittel, vor allem Computertechnik und Speichermedien, sichergestellt. Aufgrund der gegebenen Wiederholungsgefahr beantragte die Staatsanwaltschaft daraufhin einen Haftbefehl am zuständigen Amtsgericht. Am 7. Januar 2026 vollstreckten die Ermittler diesen bei einem Folgeeinsatz, der Ermittlungsrichter setzte den Haftbefehl schließlich in Vollzug.
Nach erfolgter Auswertung der Asservate war klar, dass der mittlerweile Inhaftierte etwa ein Drittel der Handys hierzulande veräußert hat und gut zwei Drittel der Smartphones im Ausland neue Besitzer fanden. (Ry)